
Die Konkrete Kunst ist ohne Geometrie nicht denkbar. Sie bildet die Voraussetzung für die Entstehung von Kunstwerken wie den Stahlskulpturen von Roland Phleps. Im Unterschied zu anderen konkreten Künstlern beschränkte er sich jedoch nicht auf die möglichst exakte Darstellung geometrischer Formen; vielmehr nutzte er diese als „Ausgangsmaterial“ für neue geometrische Kreationen oder „Erfindungen“, wie er seine Werke selbst bezeichnete.

Geometrie ist jedoch nicht nur Grundlage der Konkreten Kunst, sondern allgegenwärtig und wird kaum bewusst wahrgenommen. Alles vom Menschen Geschaffene beruht auf ihr, besonders sichtbar im städtischen Raum.
Paradoxerweise wirkt Geometrie nicht einengend: Trotz ihrer mathematischen Gesetzmäßigkeit zeigt sie eine nahezu unbegrenzte Formenvielfalt – im Alltag wie in der Kunst.
Die Fotografien von Stefan Wiegandt machen am Beispiel der Stadt Freiburg diese Allgegenwart sichtbar und zeigen, wie Geometrie, obwohl nie zweckfrei, gleichsam „nebenbei“ eine eigene Ästhetik entfaltet. Mitunter tritt das Objekt zurück, sodass Formen sichtbar werden, die durch ihre Harmonie beeindrucken.